Online Magazin
Herzlich Willkommen beim
Online Magazin von The Art of Women.
Wenn Erwartungen lauter sind als Kerzenlicht
Über Feiertage, innere Bilder und die Freiheit, sie neu zu gestalten

Feiertage haben ihren eigenen Klang.
Schon Tage vorher liegt etwas in der Luft: Termine werden dichter, Nachrichten häufiger, Erwartungen stiller und gleichzeitig schwerer.
Vielleicht kennst du das:
Du sitzt am Tisch, alles ist „schön“, aber in dir zieht sich etwas zusammen.
Oder du bist allein zu Hause und fragst dich, ob das jetzt traurig sein sollte obwohl es sich eigentlich ruhig anfühlt.
Genau dort beginnen die Fragen, die Feiertage so besonders machen.
Warum es Feiertage überhaupt gibt – und was wir daraus gemacht haben
Ursprünglich waren Feiertage dafür da, innezuhalten. Nach arbeitsreichen Zeiten gemeinsam zur Ruhe zu kommen. Übergänge zu markieren. Das Leben zu würdigen.
Heute sehen diese Tage oft anders aus: Einkaufslisten, Fahrpläne, Familienabsprachen, Verpflichtungen. Viele Menschen funktionieren an Feiertagen eher, als dass sie sie erleben. Im Alltag überdecken wir vieles mit Routine. An Feiertagen fällt diese Struktur weg – und genau das bringt Bewegung in unser Inneres.
Warum Feiertage uns emotional so treffen
Wenn der Kalender stiller wird, wird das Innenleben lauter.
Plötzlich ist Raum für Fragen wie:
- Bin ich dort, wo ich sein möchte?
- Fühle ich mich wirklich verbunden?
- Warum macht mich das gerade so müde oder angespannt?
Ein klassisches Beispiel:
Man freut sich auf ein Wiedersehen mit der Familie und ist nach zwei Stunden erschöpfter als nach einer ganzen Arbeitswoche. Nicht, weil die Menschen „schwierig“ sind, sondern weil alte Rollen automatisch wieder greifen.
Du bist wieder „die Vernünftige“.
„Die Starke“.
„Die, die nichts braucht“.
Und oft wird das erst spürbar, wenn der Körper reagiert.
Wie Erwartungen unbemerkt Konflikte erzeugen
Konflikte an Feiertagen entstehen selten aus dem Moment heraus. Sie bauen sich leise auf.
Zum Beispiel:
- Du erwartest Wertschätzung, sprichst sie aber nicht aus.
- Jemand erwartet Harmonie und übergeht dabei deine Grenze.
- Alle wollen, dass „es schön wird“, aber niemand fragt: Wie geht es dir wirklich?
Ein falscher Ton.
Ein gut gemeinter Satz.
Ein alter Trigger.
Und plötzlich eskaliert etwas, das sich schon lange angestaut hat.
Nicht, weil jemand überreagiert.
Sondern weil Gefühle endlich Raum bekommen – wenn auch auf ungünstige Weise.
Von Pflicht zu Bewusstheit
Der entscheidende Punkt ist nicht, alles richtig zu machen. Sondern wahrzunehmen, was gerade wirklich passiert. Eine einfache innere Frage kann bereits viel verändern:
Was brauche ich gerade – und was versuche ich stattdessen zu erfüllen?
Vielleicht merkst du:
- Ich bleibe länger, als mir guttut.
- Ich erkläre mich zu viel.
- Ich halte Spannungen aus, um niemanden zu enttäuschen.
Allein dieses Erkennen verändert bereits die innere Dynamik.
Wie du Feiertage innerlich entlasten kannst
Du musst keine großen Gespräche führen oder alles umkrempeln. Oft wirken kleine innere Entscheidungen am stärksten.
Zum Beispiel:
- eine kurze Pause oder ein Spaziergang nach dem Essen
- ein bewusstes Nein zu einem weiteren Programmpunkt
- das stille Einverständnis mit dir selbst, nicht alles lösen zu müssen
Nicht jeder Konflikt braucht Klärung.
Manche brauchen Abstand.
Andere Mitgefühl – zuerst für dich selbst.
Allein an Feiertagen – ein anderes Narrativ
Viele Frauen empfinden Scham oder Rechtfertigungsdruck, wenn sie Feiertage allein verbringen. Dabei ist das längst keine Ausnahme mehr.
Alleinsein kann heißen:
- Du entscheidest, wann du isst.
- Du bestimmst, wie laut oder still es ist.
- Du bist nicht falsch, nur weil dein Leben anders aussieht.
Einsamkeit entsteht nicht durch fehlende Menschen.
Sondern durch fehlende Verbindung zu sich selbst.
Und genau hier liegt oft eine unerwartete Stärke.
Feiertage neu denken – alltagstauglich, echt und frei von fremden Bildern
Viele Bilder, die wir von Feiertagen im Kopf tragen, stammen nicht aus unserem echten Leben. Sie kommen aus Filmen, Werbung, Social Media oder alten Erzählungen: perfekt gedeckte Tische, lächelnde Menschen, tiefe Gespräche bei Kerzenlicht. Diese Bilder wirken stark aber sie sind nicht real. Und sie waren es auch früher nicht.
Feiertage waren schon immer ambivalent. Nie nur friedlich, nie nur verbindend, nie nur warm. Konflikte, Überforderung, Einsamkeit und Missverständnisse gehörten immer dazu – nur wurde darüber weniger gesprochen.
Wenn wir heute versuchen, diesen vorgegaukelten Bildern zu entsprechen, entsteht ein innerer Spalt: zwischen dem, was wir fühlen, und dem, was wir glauben fühlen zu müssen.
Authentisch sein heißt, dir selbst zuzuhören
Authentisch zu sein bedeutet nicht, dass sich alles gut anfühlt. Es bedeutet, dir selbst zuzuhören, bevor du dich an Erwartungen orientierst.
Vielleicht fühlt sich ein voller Tag mit Familie für dich nicht verbindend, sondern erschöpfend an.
Vielleicht bedeutet Nähe für dich gerade eher Stille als Gespräche.
Vielleicht brauchst du weniger Programm – und mehr Raum.
Authentizität entsteht nicht im Außen.
Sie entsteht dort, wo du ehrlich wahrnimmst, was dir guttut – und was nicht.
Du bist nicht verantwortlich für die Erwartungen anderer
Ein zentraler Punkt, der an Feiertagen oft übersehen wird: Es ist nicht deine Aufgabe, die Erwartungen anderer zu erfüllen. Und auch nicht, sie zu erraten.
Viele Frauen übernehmen unbewusst Verantwortung für:
- die Stimmung
- das Gelingen des Tages
- das emotionale Wohlbefinden aller Beteiligten
Doch unausgesprochene Erwartungen sind keine Verpflichtung. Und selbst ausgesprochene Erwartungen dürfen überprüft werden. Selbstfürsorge ist kein Egoismus. Sie ist emotionale Reife.
Traditionen dürfen hinterfragt werden
Traditionen sind Angebote – keine Gesetze. Nur weil etwas „schon immer so war“, heißt das nicht, dass es dir heute noch dient. Menschen verändern sich. Lebensrealitäten verändern sich. Bedürfnisse verändern sich. Du darfst Traditionen anpassen, pausieren, neu gestalten oder bewusst loslassen.
Ein stimmiger Feiertag entsteht nicht durch Wiederholung, sondern durch innere Zustimmung.
Vielleicht bedeutet ein stimmiger Feiertag für dich heute:
- ein Kaffee am Morgen ohne Eile
- ein ehrliches Telefonat statt eines Pflichtbesuchs
- Kerzenlicht ohne Gesellschaft aber mit innerer Ruhe
- ein Spaziergang, wenn es drinnen zu eng wird
- oder einfach: nichts zu müssen
Nicht jedes Fest muss glänzen. Manche dürfen leise sein. Still. Wahrhaftig. Und manchmal ist genau das nicht nur ausreichend –
sondern heilsam.
Wenn du merkst, dass dich Erwartungen, innere Konflikte oder emotionale Überforderung rund um Feiertage immer wieder aus dem Gleichgewicht bringen, darfst du dir Unterstützung holen.
The Art of Women – Mental Coaching & Mindset Mentoring für Frauen begleitet dich dabei, dich selbst nicht mehr zu übergehen, deine Muster zu verstehen, deine Grenzen zu achten und deinen eigenen, stimmigen Weg zu gehen.
Mehr Impulse, Begleitung und Angebote findest du auf www.theartofwomen.eu
Du musst nicht perfekt durch diese Tage kommen.
Du darfst dir selbst ehrlich begegnen.
Ich wünsche dir ein Weihnachtsfest, das nicht laut ist, sondern wahr.
Nicht voll, sondern echt.
Und eines, das dich näher zu dir bringt.
Anna Cisek - The Art of Women





